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Beteiligungsgesellschaft mbH

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Geschäftsbericht

2019 / 20

Geschäftsbericht

2019 / 20

BayBG im Beteiligungsmarkt

Deutscher Beteiligungsmarkt: Gut behauptet

Trotz aller Herausforderungen hat der deutsche Beteiligungsmarkt 2020 erneut seine Bedeutung unterstrichen. 12,6 Milliarden Euro (VJ 16,6 Milliarden) investierten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland, 1.050 (VJ 1.130) Unternehmen wurden finanziert. Insgesamt setzen die mit Beteiligungskapital finanzierten 5.500 Unternehmen mit mehr als einer Millionen Mitarbeiter*innen jährlich 207 Milliarden Euro um – so die Ergebnisse der Jahresstatistik des BVK Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften.

 

 

Buy-outs prägen den Volumenmarkt …
Die Statistik der Beteiligungsbranche wird regelmäßig durch eine Position dominiert: den Buy-outs. Auf dieses Segment, das durch größere Transaktionen geprägt ist, entfielen 2020 erneut 9,4 Milliarden Euro an Neuinvestments. Damit wurde der Rekord des Vorjahres (11,5 Milliarden Euro) zwar nicht erreicht, dennoch belief sich der Anteil der Buy-outs auf knapp 75 Prozent des gesamten investierten Kapitals. Finanziert wurden mit dieser Milliardensumme 134 Unternehmen, darunter einige Mega-Deals, wie die Übernahme von Thyssenkrupp Elevator durch ein Konsortium mit mehreren Beteiligungsgesellschaften. Im Durchschnitt belief sich das Investment der Beteiligungsgesellschaften je Unternehmen im vergangenen Jahr auf rund 70 Millionen Euro.

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Gut positioniert in herausfordernder Zeit

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… Expansionsfinanzierungen den Mengenmarkt
In solchen Dimensionen bewegen sich Engagements für andere Beteiligungsanlässe im Allgemeinen nicht. Durchschnittlich knapp 1,9 Millionen Euro je Investment wurden in 654 Unternehmen für Wachstumsmaßnahmen investiert. Das gesamte Volumen für Expansionsinvestments hat sich so gegenüber dem Vorjahr auf 1,212 Milliarden Euro halbiert. Dieser Rückgang – eine Erfahrung, die auch die BayBG gemacht hat – beruht auf dem geringeren Bedarf an Wachstumskapital in der Krise.

 

Venture Capital auf hohem Niveau
Nachdem das Volumen der Venture-Capital-Investments seit 2014 kontinuierlich von 677 Millionen Euro auf mehr als 2 Milliarden Euro im Jahr 2019 gestiegen war, gab es infolge der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Krise 2020 einen Rückgang. Das Investmentvolumen von 1,9 Milliarden Euro, das in 654 Startups eingebracht wurden, bedeutet den zweithöchsten bisher realisierten Wert. Die weiterhin stabile Performance der Venture-Capital-Szene belegt, dass auch in der Krise in neue Geschäftsmodelle und Technologien investiert wird. Teilweise hat die Pandemie deren Relevanz deutlich gemacht und Markteintritt bzw. Wachstum von Startups beschleunigt.

zur Grafik Entwicklung im Venture-Capital-Markt

Exits: Ausfälle halten sich in Grenzen
Das Volumen der Beteiligungsverkäufe stieg im Vergleich zum Vorjahr von 2,71 Milliarden Euro leicht auf 2,85 Milliarden Euro. Nachdem 2019 noch Trade Sales der wichtigste Exit-Kanal waren, standen 2020 Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften mit 44 Prozent des Exit-Volumens an der Spitze. Dahinter folgen Trade Sales und Verkäufe über die Börse (IPO oder Aktienverkäufe). Entgegen ersten Befürchtungen erhöhten sich die Ausfälle zwar, bewegten sich jedoch mit 380 Millionen Euro deutlich unter den Werten früherer Krisenzeiten.

 

Beteiligungskapital ist Mittelstandskapital
Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil sind es vor allem Startups und etablierte Mittelstandsunternehmen, die mit Beteiligungskapital ihre Zukunftsprojekte umsetzen. Von den im Jahr 2020 insgesamt finanzierten Unternehmen beschäftigen neun von zehn weniger als 500 Mitarbeiter. Bei zwei Drittel der Unternehmen liegt der Umsatz unter 10 Millionen EUR, nur rund jedes zehnte Unternehmen erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro, darunter auch einige BayBG-Portfolio-Unternehmen. Insgesamt ist die BayBG bei etwa 100 Unternehmen engagiert, deren Umsatz über 20 Millionen Euro beträgt.

 

MBGen – Bestand von 980 Millionen
Für Mittelstandsengagements stehen die 15 Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBGen), die regional nach Bundesländern organisiert im vergangenen Jahr 166 Millionen Euro investiert haben. Dabei handelt es sich überwiegend um stille Beteiligungen, schrittweise öffnen sich die MBGen aber auch anderen Beteiligungsmodellen. Die BayBG, die in Teilen als die bayerische MBG zu verstehen ist, hat bereits vor Jahren ihre Beteiligungsangebote kontinuierlich weiterentwickelt, realisiert in größerem Umfang auch Direktbeteiligungen und bietet Beteiligungsvolumina von bis zu 10 Millionen € pro Unternehmen. Sie nimmt damit eine exponierte Position innerhalb der MBGen ein. Seit Jahren entfallen mehr als 30 Prozent des gesamten Beteiligungsvolumens aller 15 MBGen, das sich aktuell auf 980 Millionen Euro summiert, auf BayBG-Investments.

zur Grafik Anteile BayBG am MBG-Beteiligungsbestand in Prozent

 

Positive Nachfrageentwicklung, aber Prognose unsicher
Für die Entwicklung des Marktes im Jahr 2021 wird viel davon abhängen, wie schnell gesellschaftliches Leben und Wirtschaft zu einer neuen Normalität zurückfinden. Die Nachfrage nach Beteiligungskapital entwickelt sich in allen Marktsegmenten positiv, doch die wirtschaftlichen Unsicherheiten belasten auch das Beteiligungsgeschäft weiterhin. Vor dem Hintergrund der pandemischen Entwicklung und erneuter Lockdowns sind Prognosen schwierig, allerdings ist mit einiger Sicherheit davon auszugehen, dass Beteiligungskapital für viele Unternehmen ein wichtiger Baustein zur Überwindung der Krise und Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle sein wird.

GRAFIK

Brutto-Investitionstätigkeit in Milliarden Euro von Beteiligungsgesellschaften in deutschen Unternehmen

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Anteile 2020 mit Beteiligungskapital finanzierter Unternehmen nach Umsatz in Prozent

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